Zum Hauptinhalt springen

AH-Ausflug 2026

Saarbrücken war eine Reise wert!

Artikel vom 24. Mai 2026

Der Artikel wird präsentiert von:

    Saarbrücken – formidable!

    Über Wahl der diesjährigen Ausflugsdestination haben wohl manche verwundert den Kopf geschüttelt und sich gefragt, wie man darauf kommt, die Landeshauptstadt des Saarlands auszusuchen. Einhellig war beim Sonntagsfrühstück die Meinung der mitgefahrenen Kickers-Kameraden, dass sich der Trip vollumfänglich gelohnt hat. Anders als sonst verlief die Anreise nicht gemeinsam  in Tobis Bus und da wir zu sechst waren, verteilten wir uns auf zwei PKW. Darüber hinaus fuhren wir aus ökonomischen Gründen auch getrennt den ersten Programmpunkt des Ausflugs an. Vorgabe war es um 11.00 Uhr am UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte zu sein, doch schon einige Kilometer zuvor trafen die beiden Reisegruppen auf der Autobahn zusammen, so dass wir vereint auf dem Parkplatz des ehemaligen Stahlwerkes ankamen. Wir begrüßten uns herzlich und stießen mit einem „Kofferaumbier“ auf ein schönes Wochenende an. Ab jetzt gab es kein Halten mehr und die Dinge nahmen ihren Lauf. Schon beim Empfang unseres Museumsführers gab es die ersten Lacher, als ein junger Mann in Begleitung seiner Freundin uns wohlwollend zusprach und meinte, wir hätten alles richtig gemacht,  ohne Partnerin loszuziehen. Zum Dank kassierte er den ersten Boxhieb seiner Herzensdame. Immer wieder wurde lustig auf die Situation eingegangen und geflachst. Dem armen Kerl wurde ganz anders und unterwürfig wendete er sich nur noch ihr zu. Wohl des lieben Friedens willen, aber auch wissend, dass sie ihm bei seiner Höhenangst, die ihn noch ereilen sollte, hilft. Ein exzellenter Guide ließ uns kurzweilig in die Geschichte des Stahlwerks, der Stadt Völklingen, deren Menschen und die Arbeit in diesem Industriemonsters eintauchen. Beeindruckend, dieser Wirrwarr an Gebäuden, Hallen, Gleisen, Rohren, Leitungen und vielem mehr. Bevor wir hoch hinaufstiegen, wurden wir mit Sicherheitshelmen versehen und zu „Helmschrödern“ getauft. Hox ließ es sich nicht nehmen, Marlon aufs Glatteis zu führen, als er den Sitz der Kopfbedeckung bei unserem Abteilungsleiter monierte. Fast auf dem höchsten Punkt der Völklinger Hütte fand Knipser einen seiner obligatorischen Geocaches und wir konnten uns einen guten Überblick über das Betriebsgelände verschaffen. Nach wirklich tollen zwei Stunden war die Führung vorüber und wir nahmen ein Zwischenbier in der dortigen Restauration ein. Beim Verlassen des Areals hatte Ronny noch eine geschäftstüchtige Idee, die bei jedem von uns funktioniert und Geld in die Kassen spülte. Im Anschluss an den kurzen Transfer zum Hotel checkten wir ein und machten uns auf den Weg ins Herz der City, um etwas zu Abend zu essen und die Szene abzuchecken. Die Grundlage für den Magen wurde in der Hausbrauerei „Zum Stiefel“ gelegt, ehe wir die Bars und Pubs am Alt-Johanner Markt inspizierten. Bei einer Ausschankstelle stachen uns zwei junge Damen mit einem Kölsch-Kranz ins Auge, wobei der Focus tatsächlich auf dem Biergebinde lag. Nach einer Runde um den Block steuerten wir eben diese Bar an, um selbst einen 11er-Kranz zu bestellen. Am Tisch draußen neben der Eingangstür befand sich eine schwarzgekleidete Dame im Aufbruch, die aber für die nächsten fast 24 Stunden ganz entscheidend für uns werden sollte. Sabine wollte zwar nachhause, verweilte aber angesichts sechs netter Fremder noch. Wie sich herausstellte, kam sie gerade von einer Beerdigung. Es entspann sich eine angeregte Unterhaltung über alles Mögliche rund um Saarbrücken. Sie konnte uns auch über den auffälligen „MC Bicycle“ aufklären. Ein Mann, der im Gesicht ein wenig dem Griechen „Dimitri“ aus „Der Schuh des Manitou“ erinnerte, patrouillierte mit seinem Fahrrad um die Kneipen. Schwarz gekleidet trug er noch fingerlose Lederhandschuhe und hatte eine Musikbox an seinem Hosenbund hängen. Diese ließ er lautstark laufen und bewegte sich rhythmisch dazu, während er gleichzeitig versuchte, die Kneipengänger und Passanten zum Mittanzen zu animieren. Sein Ansinnen waren sicher nicht Spenden zu ergattern, sondern lediglich gute Laune zu verbreiten und sich selbst zu feiern. Was für ein schräger Typ!  Nicht nur ihn sollten wir mehrfach wieder treffen. Sabine gab uns natürlich Tipps und irgendwie kamen wir auf einen ihrer Bekannten, den die meisten Sportinteressierten noch kennen. Wir konnten ihr dann erzählen, dass dieser Tischtennisspieler früher bei uns um die Ecke – in Dietlingen und Langensteinbach – dem Zelluloidball gefrönt hat. Kurzerhand gab es einen Anruf und ein Treffen mit dem Doppel-Weltmeister Steffen Fetzner am Eingang der Saarlandhalle im Rahmen des „FinalFour“ wurde angebahnt. Nach vier Kölsch-Kränzen führte uns die inzwischen persönliche Reiseführerin in die Kultkneipe „Schnokeloch“ (oder nach Marlon „Mückenstich“), an der wir sicher vorbei-, aber nie hineingegangen wären. Freundliche Menschen nahmen uns in ihre Mitte und es entwickelte sich ein grandioser Partyabend, in einem zunächst überfüllten Lokal. Jeder kam mit jedem ins Gespräch, das Bier floss, es wurde gesungen und getanzt. Schnell waren wir keine Fremden, sondern gerne gesehene Party-People, die Stimmung machten. Die Kickers-Recken liefen zur Hochform auf und hinterließen anscheinend besten Eindruck, denn am Folgeabend wurden wir schon von Weitem mit dem Ausruf „Pforzheim“ begrüßt. Mit fortgeschrittener Uhrzeit leerte sich die Bar, aber mancher Kickkers-Kamerad lief zu ungeahnter Hochform auf. Gegen zwei Uhr siedelten wir um. Nach der Verabschiedung von Sabine und der gleichzeitigen Verabredung für den nächsten Tag an der Saarlandhalle zogen Hox, Ronny, Kevin und Marlon noch ins „Plan B“, während Marco und Micha sich gen Hotel orientierten. Bei einem ordentlichen Frühstück, mit Brötchen, Croissants, Pancakes, Müsli, Rührei, Speck, Wurst, Käse etc. besprachen die glorreichen Fünf die Geschehnisse im „Plan B“ sowie die Uhrzeit zum Abmarsch ins Stadion bzw. zur Saarlandhalle. Fünf? Ja, denn Legende Ronny war schon längst auf dem Weg nach Nordtirol. Um elf lief das Kickers-Quintett los und war bass erstaunt wieviel Staatsmacht für das Drittliga-Spiel des FCS gegen die Kogge-Kicker aufgeboten wurde. Menschen in Uniform und Mannschaftswägen soweit das Auge reichte! Wahnsinn! Pünktlich waren wir am Treffpunkt und auch Sabine ließ nicht lange auf sich warten. Sie telefonierte „Speedy“ nach draußen und führte uns nach einem kurzen Smalltalk inklusive Foto mit Steffen in die Kultur der FC-Fans ein. Bei „Mathilde“ gab es nach dem Kaffee das erste Getränk des Tages. Mitten im Wohngebiet, unweit der Spielstätte, gab es Fankultur pur. Man trifft sich zu „Bier und Worscht“ (hervorzuheben sei an der Stelle die Lyoner vom Grill: was für ein Apparat!) und stimmt sich auf die 90 Minuten ein. So muss es sein und auch das hätten wir ohne unsere Bekanntschaft nie erlebt!                                                                                                                                                                                Als wir uns anschließend in die Stadionblöcke aufmachten, trennten sich unsere Wege. Sabine trafen wir nicht wieder an, durften aber Zeuge der Verabschiedung eines Saarbrücker „Fußballgotts“, einer tollen Choreographie und einer wahnsinnigen zweiten Halbzeit werden. Wir erlebten neue Fangesänge (Kevin und Micha waren von der „Alten Eisenbahn“ ganz angetan), eine entfesselte Stimmung nach dem 3:2, insgesamt sieben Tore, aber leider auch Totenstille. Ein Hansa-Fan kletterte auf den Zaun und stürzte in der Folge zwölf Meter in die Tiefe. Der Support wurde von allen eingestellt, alle bangten und hofften auf einen glimpflichen Ausgang. Zwar kursierte das Gerücht, dass der Rostocker den Verletzungen erlegen sei, aber diese Nachricht ist bis heute (Mittwoch) nicht bestätigt. Alles Gute!                                                                                                                                      So nah liegen Party und Schrecken!  Nach einem eindrücklichen Stadiongesamterlebnis steuerten wir erneut das Partyviertel an, verlebten einen weiteren schönen Abend im „Schnokeloch“, aber erst nachdem wir das Bundesliga-Finale in einer Sportsbar geguckt hatten, einen Drink im Irish Pub sowie eine Runde Espresso mit Barkeeper-Jonglier-künsten genossen, in einer Kult-Currywurstbude zu Abend aßen und dem Regenschauer auswichen. Plötzlich war er wieder da, unser „MC Bicycle“! Beim Betreten der Bar mit den Kölsch-Kränzen stand ein anderer Bekannter vom Vorabend im Türrahmen. Der Blumenverkäufer brachte uns sofort mit Sabine in Verbindung und klatschte freudestrahlend jeden von uns ab. Dort überbrückten wir die Zeit mit zwei weiteren Runden, um dann erneut im „Schnokeloch“ aufzuschlagen und mindestens bis zum Eintreffen Ronnys zu verweilen. Jener kam schließlich um 23.45 Uhr dort an und fügte sich unmittelbar ein. Leider kam es zwischen zwei Deppen zu Handgreiflichkeiten, so dass der Chef, der uns wohlgesonnen war, auf Vollbeleuchtung umschaltete und die Musik abdrehte. Er entschuldigte sich für das jähe Ende, aber wir hatten vollstes Verständnis. Unsere Gruppe splittete sich auf, die Fahrer Marlon und Micha sowie Hox zogen die Nachtruhe vor, derweil Ronny, Knipser und Kevin erneut das „Plan B“ aufsuchten, nachdem wir gemeinsam einen Geheimtipp nicht ausfindig machen konnten.

    Beim Frühstück wurden die letzten Erlebnisse der Nacht ausgetauscht und dabei minutenlang Tränen gelacht. Um elf Uhr stiegen wir in unsere Autos und fuhren mit unzähligen Erlebnissen sowie Anekdoten im Gepäck Richtung Goldstadt. Es ist nicht leistbar, jeden Kalauer und Gag wiederzugeben und der Bericht stellt nur eine kurze Zusammenfassung dar. Vieles wird durchs Erzählen in Erinnerung bleiben und zum erneuten Lachen führen. Wer mehr wissen, muss beim nächsten Mal einfach mit, um ein geniales Wochenende nicht nur aus Erzählungen zu erleben!

    Nord-, Nord-, Nordfrankreich!!!

    Saarebrigg, Wiederkehr auf keinen Fall ausgeschlossen!

    Männer, schee wars! Es immer wieder großartig mit euch on Tour zu sein! Möge all dies bewahrt werden und noch viele Wiederholungen finden!